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18 LEBENSHILFE
 Schicksalsschläge
Wie Sie sie bewältigen und gestärkt daraus hervorgehen
Buchtipp
„Der resiliente Mensch“
Raffael Kalisch
Berlin Verlag
240 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8270-1350-7
EUR 22,00
Verlustschmerz zulassen
Auch nach einer Trennung gibt es Trauer- phasen, schließlich ist der Partner plötzlich weg. Freunde und Familie können Sie dabei unterstützen, diese Phasen zu bewältigen. Auch wenn es Ihnen anfangs schwerfällt, sich unter Menschen zu begeben: Igeln Sie sich nicht zu Hause ein. Sollte es Ihnen körperlich und seelisch sehr schlecht gehen, sprechen Sie Ihren Hausarzt auf Möglichkeiten für eine therapeutische Un- terstützung an.
Resilienz – die innere Widerstandskraft gegen Stress
Wie Menschen mit Schicksalsschlägen um- gehen, hängt auch von ihrer eigenen Wider- standskraft gegenüber Stress ab – der Resilienz. Sind Sie ein resilienter Mensch, meistern Sie bestimmte Situationen wie eine Trennung, einen Unfall oder auch einen Todesfall meist besser als Personen mit einer geringeren Widerstandskraft. Den Grundstein für die Resilienz legen wir im Kindesalter. Doch es ist möglich, unsere Resilienzfähigkeit unabhängig vom Alter zu stärken. Dafür ist es hilfreich, spezielle Kurse oder Coachings zu besuchen. In diesen erfahren Sie, wie resilient Sie sind, und es werden Methoden vermittelt, Ihre Widerstandskraft zu trainieren und zu ver- bessern.
Das Leben läuft in geregelten Bahnen und plötzlich passiert etwas, was Ihnen den Boden unter den Füßen wegreißt. Ein Todesfall oder eine Trennung, und nichts ist mehr, wie es einmal war. Es gibt jedoch Möglichkeiten, bei solchen Schicksals- schlägen wirkungsvolle Hilfe zu bekom- men. Es ist außerdem möglich, zu lernen, Belastungen besser auszuhalten.
Es gibt unzählige Situationen im Leben, die einen erschüttern. Das Schlimmste ist für die meisten Menschen der Tod des Partners, des eigenen Kindes oder des guten Freundes. Die Trauernden durchlaufen dann meist verschiedene Phasen. Erst stehen sie unter Schock und wollen den Tod nicht wahrhaben. Dann folgen manch- mal Wut und Zorn. Schließlich zieht die Realität ein. Die Betroffenen suchen Wege, mit der neuen Situation umzugehen und sich emotional vom Verstorbenen zu tren- nen. Diese Phase kann, je nach Persönlich- keit und Schicksalsschlag, Monate oder auch Jahre dauern.
Hilfe bei der Trauerbewältigung
Manchmal schaffen wir es einfach nicht, nach dem Tod eines geliebten Menschen aus eigener Kraft wieder ins Leben zurückzufinden. Schrecken Sie dann bitte nicht davor zurück, Ihren Hausarzt auf psychotherapeutische Unterstützung
anzusprechen. Therapeuten können die Trauerphase begleiten und wertvolle Hilfe- stellungen geben. Selbsthilfegruppen in Wohnortnähe bieten eine gute Möglichkeit, von anderen Betroffenen zu lernen, sich auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen. In den meisten Regionen Deutschlands gibt es zudem professionelle Trauerbegleitungen – auch für Kinder. Die richtigen Ansprechpartner dafür sind Ihr Hausarzt, Ihre Kirchengemeinde oder das Bürgerbüro.
Familie und Freunde sind in einer solchen Zeit meist die wichtigste Stütze. Versuchen Sie, Hilfsangebote von ihnen anzunehmen. Seien Sie aber ehrlich, wenn Sie einmal Zeit nur für sich brauchen.
Liebeskummer – die Zeit heilt die verletzte Seele
Sie waren mit Ihrem Partner einige Jahre zusammen, haben vielleicht über eine Hochzeit gesprochen, vom gemeinsamen Reisen geträumt oder die Kinder zusam- men großgezogen. Plötzlich hat sich Ihr Partner von Ihnen getrennt. Die Gründe sind vielfältig und manchmal bekommen Verlassene auch keine Erklärung. Wenn die Frage nach dem Warum immer im Raum steht, ist es besonders schwer, die Tren- nung zu verarbeiten.
Foto: iStock/Getty Images













































































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