Page 16 - Unser Magazin 3.19
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 16 VERWALTUNGSRAT
Verwaltungsrat in Kürze
Der Verwaltungsrat ist das Gremium der Selbstverwaltung. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder treffen Entscheidungen, die für unsere BKK von richtungweisender Bedeu- tung sind: Sie beschließen Satzungs- leistungen wie etwa Bonusprogramme, Wahltarife, Modellvorhaben oder spezielle Versorgungsformen. Mitglieder des Verwal- tungsrates sind im Widerspruchsausschuss vertreten. Wenn es darum geht, wie die Versichertengelder eingesetzt werden, bringt sich der Verwaltungsrat ein. Mit ei- nem Wort: Die soziale Selbstverwaltung ist die Interessenvertretung für die Versicher- ten, die sozialen Mehrwert erzielen will. Alle sechs Jahre wird per Sozialwahl über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates entschieden. Dem Verwaltungsrat der Daimler BKK gehören ausschließlich aktive und ehemalige Arbeitnehmer- und Arbeit- gebervertreter unseres Trägerunterneh- mens Daimler an. Diese idealtypische Form der Selbstverwaltung gewährleistet Kom- petenz, Gestaltungskraft, Kollegialität und Nähe des Verwaltungsrates zu unseren Ver- sicherten.
   Jürgen Coors (l.) und Martin Riedl, alternierende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Daimler BKK
Gesetzentwurf ist ein Angriff auf die Solidargemeinschaft der Krankenversicherung
Im Editorial auf Seite 2 dieses Magazins hat Daimler BKK Vorstand Benjamin Plocher einige Punkte des Entwurfs für ein „Faire-Kassenwahl-Gesetz“ (FKG) skizziert und diese bewertet. Auch die Mit- glieder des Verwaltungsrates unserer Krankenkasse haben sich intensiv mit dem Entwurf aus dem Hause Spahn beschäftigt. Ihr Augenmerk richtet sich vor allem auf die geplante Umstrukturierung des Spitzen- verbandes der gesetzlichen Krankenver- sicherung (GKV). Der Entwurf sieht vor, dass der Verwaltungsrat des GKV-Spitzen- verbandes künftig nicht mehr aus ehren- amtlichen Arbeitnehmer- und Arbeitgeber- vertretern, sondern aus hauptamtlichen Krankenkassenvorständen gebildet wird. Bisher entschied alle sechs Jahre das Ergebnis der Sozialwahlen über die Zusam- mensetzung der Verwaltungsräte in den Kranken- und Pflegekassen sowie in der Renten- und Unfallversicherung.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Entwurfs nahm der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes dazu Stellung: „Die vom Minister geplante Entmachtung der sozialen Selbstverwaltung im GKV-Spitzen- verband ist unverständlich, unnötig und destruktiv. Sie widerspricht diametral der im Koalitionsvertrag verabredeten Stär- kung der Selbstverwaltung ...“
Der Verwaltungsrat der Daimler BKK teilt diese Auffassung und unterstützt den GKV- Spitzenverband dabei, die Verwirklichung dieses Vorhabens mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. In einem Brief an die Selbstverwaltung des GKV- Spitzenverbandes bringen die alternieren- den Verwaltungsratsvorsitzenden Jürgen Coors und Martin Riedl ihre Kritik auf den Punkt: „Die im Referentenentwurf des FKG veränderte Besetzung im Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbandes steht dem Ge- danken der Solidargemeinschaft der Kran- kenversicherung und dem Selbstverwal- tungsgedanken völlig entgegen. Es wäre insgesamt ein vollendeter Systembruch. Es ist zu befürchten, dass dies nur den Anfang einer tiefgreifenden Schwächung oder gar einer Abschaffung der Selbstverwaltung darstellt.“
Wir halten Sie in unseren Medien auf dem Laufenden, wie es bei dem Thema weiter- geht.
Foto: iStock/Getty Images

























































































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