Page 15 - Unser Magazin | Augabe 2.19
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 VERWALTUNGSRAT 15
Verwaltungsrat in Kürze
Der Verwaltungsrat ist das Gremium der Selbstverwaltung. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder treffen Entscheidungen, die für unsere BKK von richtungweisender Bedeu- tung sind: Sie beschließen Satzungs- leistungen wie etwa Bonusprogramme, Wahltarife, Modellvorhaben oder spezielle Versorgungsformen. Mitglieder des Verwal- tungsrates sind im Widerspruchsausschuss vertreten. Wenn es darum geht, wie die Versichertengelder eingesetzt werden, bringt sich der Verwaltungsrat ein. Mit ei- nem Wort: Die soziale Selbstverwaltung ist die Interessenvertretung für die Versicher- ten, die sozialen Mehrwert erzielen will. Alle sechs Jahre wird per Sozialwahl über die Zusammensetzung des Verwaltungsrates entschieden. Dem Verwaltungsrat der Daimler BKK gehören ausschließlich aktive und ehemalige Arbeitnehmer- und Arbeit- gebervertreter unseres Trägerunterneh- mens Daimler an. Diese idealtypische Form der Selbstverwaltung gewährleistet Kom- petenz, Gestaltungskraft, Kollegialität und Nähe des Verwaltungsrates zu unseren Ver- sicherten.
  Anhand konkreter Zahlen machte Angela Lechner die Situation bei Daimler anschaulich:
a Bei einer Befragung zum Thema mobiles Arbeiten 2015 gaben zehn Prozent der Beschäftigten an, Angehörige zu pflegen.
a Über 900 Beschäftigte haben beantragt, statt mit einem tariflichen Zusatzgeld mit acht freien Tagen entlohnt zu werden. Ihr Grund: Pflege von Angehörigen. 2018 haben die Tarifpartner der Metall- und Elektroindustrie einen Abschluss vereinbart, der diese Möglichkeit bietet.
a Das Durchschnittsalter der Daimler Stammbelegschaft entspricht mit
45 Jahren genau dem Durchschnittsalter von Angehörigen in Pflegesituationen.
Angela Lechner stellte sowohl die gesetzli- chen als auch die speziellen bei Daimler bestehenden betrieblichen Möglichkeiten vor, die Beschäftigte in Pflegesituationen in Anspruch nehmen können. Dazu gehören neben Pflegeurlaub und Pflegepause auch verschiedene Informationsveranstaltungen, an deren Finanzierung sich die Daimler BKK beteiligt hat. Dieses Angebot wird 2019 fortgesetzt; in unseren Medien kündigen wir die Veranstaltungen an.
 Einen weiteren Schwerpunkt der Klausur stellte das Pflegepersonalstärkungsgesetz (PpSG) dar, das Anfang 2019 in Kraft getre- ten ist. Das Gesetz regelt eine bessere Personalausstattung und bessere Arbeits- bedingungen in der Pflege. Zu diesem Zweck sind die finanziellen Mittel für Maß-
Angela Lechner und Daniel Fuchs
nahmen zur Betrieblichen Gesundheits- förderung (BGF) erhöht worden. Einen Euro je Versicherten müssen gesetzliche Kran- kenkassen speziell für Pflegekräfte in Hei- men und Krankenhäusern zur Verfügung stellen. Wie bringen wir diese Gelder sinn- voll an die Pflegeeinrichtungen? Mit dieser Frage befassten sich die Mitglieder des Verwaltungsrates in einer Gruppenarbeit. Als betriebsbezogene Kasse verfügen wir über ein besonderes Know-how auf dem Gebiet der Betrieblichen Gesundheitsförde- rung. Über unser Bonusmodell unterstüt- zen wir seit mehr als zehn Jahren die Betriebliche Gesundheitsförderung bei Daimler, indem wir Gelder für BGF- Maßnahmen in den Betrieben bereitstellen. Seit 2016 fördern wir auch Maßnahmen in betriebsnahen Einrichtungen wie Stern- chen-Kitas, SG Stern und der betrieblichen Bildung. Lassen sich diese Konzepte auf Pflegeeinrichtungen übertragen? Hier wa- ren Ideen gefragt, die denn auch reichlich sprudelten und nun auf ihre Umsetzbarkeit zu prüfen sind. Einig waren sich die Mitglie- der des Verwaltungsrates, dass sich die Ar- beitsbedingungen der Beschäftigten in den Daimler Betrieben und die des Pflegeperso- nals in Krankenhäusern und Pflegeheimen in vielen Punkten ähneln. Beide Gruppen haben mit vergleichbaren Problemen zu tun: Schichtarbeit, Zeitdruck, Rücken- schmerzen, Beschwerden durch einseitige Belastungen. Vor diesem Hintergrund sollte es möglich sein, einen Teil der bereits vor- handenen BGF-Angebote auch im Arbeits- umfeld Pflege umzusetzen.
Foto: iStock/Getty Images
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