Page 13 - Unser Magazin | Augabe 2.19
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 Masern unterschätzt!
Fakten zum Impfen
Gute Gründe sprechen dafür, sich selbst und seine Familie durch Impfungen vor Infektionskrankheiten zu schützen. Impfgegner bestreiten den Nutzen von Impfungen und unterstellen medizinische Risiken.
MEDIZIN 13
 Das sollten Sie wissen:
• Masern, Mumps, Röteln und Co. heißen zwar Kinder- krankheiten, sind aber nicht harmlos. So können bei- spielsweise bei einem kom- plizierten Verlauf einer Maserninfektion lebensge- fährliche Situationen und bleibende Schäden eintreten. Mögliche Komplikationen: Hörverlust, Lungenentzün- dung, Gehirnentzündung. Auch ein tödlicher Ausgang ist möglich.
• Wie bei jeder Impfung können Nebenwirkungen auftreten: Rötungen, Schwellungen, Kopfschmerzen, Fieber.
• Masern sind hochgradig ansteckend, stärker als zum Beispiel Grippe, Ebola und Tuberkulose. Ein Patient steckt im Schnitt neun bis zehn nicht geimpfte Men- schen an. Die Viren verbrei- ten sich über die Luft durch Husten und Niesen.
• Die Masernimpfung ist sehr wirkungsvoll. Die erste Spritze schützt etwa 93 Pro- zent der Menschen, die mit Masernviren in Kontakt kom- men. 97 Prozent derjenigen, die auch die empfohlene zweite Impfung bekommen, sind lebenslang sicher vor
Masern. Die restlichen drei Prozent sind ebenfalls geschützt, bei ihnen verläuft eine Erkrankung weniger schwer; die Kranken sind weniger ansteckend.
• Es ist eine paradoxe Situa- tion: Die Aufmerksamkeit für das Thema Impfen lässt nach, weil im Vergleich zu früher weniger Erkrankungen auftre- ten. Dies ist jedoch eine Folge der erfolgreichen Impf- programme der vergangenen Jahre. Um beim Beispiel Masern zu bleiben: Für einen Schutz der gesamten Gesell- schaft müssen 95 Prozent
der Bevölkerung geimpft sein. Impfen schützt nicht nur den Einzelnen, sondern auch das Umfeld, in dem wir leben. Wer sich impfen lässt, schützt auch junge Säuglinge, Schwangere und Menschen mit schwachem Immun- system – sie können nicht geimpft werden.
• Angesichts weltweiter inten- siver Reise- und Wanderungs- bewegungen kommt dem Gesundheitsschutz durch Impfungen eine enorme Bedeutung zu.
      Die Weltgesundheitsorganisa- tion (WHO) sieht in Deutsch- land Nachholbedarf in Sachen Masernimpfung. Um das Ziel einer Ausrottung der Masern zu erreichen, müssten sich noch mehr Menschen impfen lassen. Auffällig sei, dass hierzulande wie auch in anderen europäi- schen Staaten derzeit vor allem
Jugendliche und junge Erwach- sene an Masern erkranken. Von den 18- bis 44-Jährigen sind nur 60 Prozent gegen Masern geimpft gegenüber 93 Prozent der Schulanfänger.
Auch UNICEF, das Kinderhilfs- werk der Vereinten Nationen, ist besorgt und sieht das Ziel,
die Masern bis 2020 auszu- rotten, in Europa gefährdet – auch in Deutschland. Allein durch Impfungen ließen sich Todesfälle vermeiden.
Um die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken, läuft vom 24. bis 30. April die Europäi- sche Impfwoche 2019. Dann
geht es um „Helden des Alltags“, zu denen die WHO auch Eltern zählt, die sich und ihre Kinder impfen lassen.
Kennen Sie Ihren aktuellen Impfstatus? Ein Blick in den Impfpass hilft weiter. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.















































































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